
Geschichte

Die Vereinsgeschichte
Für bedürftige, behinderte und bedrängte Menschen Verantwortung zu übernehmen, hat auch bei den Christen in Zwickau und Umgebung eine lange Tradition. Die Nächstenliebe ist Bestandteil der christlichen Botschaft von Anfang an. Engagierte Frauen und Männer aus christlichen Gemeinden sind ein Schritt gegangen, um das Reden von Gott mit der Hilfe am Menschen in sozialen und geistlichen Notlagen zu verbinden.
Am 1. März 1869
gründeten diese engagierte Frauen und Männer den Kreisverein für Innere Mission, der die Bezirke Zwickau, Werdau, Schneeberg und Lößnitz umfasste. Es ging dabei in erster Linie um Unterstützung bestehender Arbeitszweige der evangelisch-lutherischen Kirche (u.a. Kinderbewahranstalten, Gefangenenpflegevereine etc.).
1879
Erster selbständiger Arbeitszweig: "Herberge zur Heimat" (jetzt Gebäude des DRK in der Max-Pechstein-Straße) für Obdachlose und Wanderburschen.
1884
Bildung eines selbständigen Kreisvereines für die Ephorie Zwickau. Die anderen Bezirke bilden eigene Vereine.
1885
Eröffnung einer Mägdeherberge - späteres Marthaheim - für arbeitslose bzw. arbeitssuchende Mädchen und Frauen vom Lande. Schwerpunkt der damaligen Arbeit war die soziale Fürsorge an Menschen, insbesondere für Arbeits- und Wohnungslose.
1891
Gründung des Blindendienstes, der seine Versammlungen im Haus Römerstraße 11 abhält. Beginn der Gehörlosenarbeit durch Pfarrer Hermann Gocht.
1918
Die Trennung von Staat und Kirche nach Ende der Monarchie bringt Veränderung in der Leitung und in den Arbeitsschwerpunkten des Kreis- vereines. Der Superintendent tritt an die Stelle des Amtshauptmannes in der Wahrnehmung der Belange des Vereines.
21. April 1925
Bildung eines "Zwickauer Stadt- und Kreisvereines". Ein Vereinsgeistlicher und Berufsarbeiter werden angestellt. Hilfe für Auswanderer, Rettung von Trinkern, Fürsorge für Strafgefangene und -entlassene sind Schwerpunkte der Arbeit. Daneben wird sich mit dem wachsenden Atheismus auseinander gesetzt. In diesem Jahr erfolgt auch die Gründung der Bahnhofsmission, die (mit Unterbrechung zwischen 1939 -1945) bis 1960 arbeitet.
1927
Aufbau einer Schriftenmission durch Diakon Knoch. Christliche Schriften werden in den Häusern der Ephorie Zwickau angeboten.
1932
Gründung einer Buch- und Kunsthandlung in der Inneren Schneeberger- straße 39 am Sitz des Vereines (heute Internat der Technischen Hochschule).
1939
Verlust der Buchhandlung durch Staatsgesetz.
1945
Zerstörung der Geschäftsstelle. Umzug des Vereines in das Katharinenpfarramt, später (1948) in den Anbau des Marthaheimes.
Schwerpunkte nach dem Kriege waren Hilfen bei der Eingliederung von Flüchtlingen und Vertriebenen, Verteilung von Lebensmitteln, Aufbau einer Kleiderkammer und Verteilung von Textilien; Suchdienst vermisster und kriegsgefangener Personen. Grundstock zur Wiederaufnahme der Arbeit bildete eine Haus- und Straßensammlung, die nahezu 40.000 Mark erbrachte.
1949
Verbot des Vereines: Einbindung der Inneren Mission in das Landeskirchliche Amt Radebeul unter der Bezeichnung "Innere Mission und Hilfswerk der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens" - Zwickau.
1954
Umwidmung des Marthaheimes zum Altersheim mit 36 Betten. Zukauf des Nachbargrundstückes. Leitung: Diakonisse Schwester Else Gläser.
1963
Gewerbeerlaubnis und Eröffnung einer Buchhandlung in der Bahnhofstraße 65. Beginn der Arbeit mit und für geistig Behinderte in der Wohnung der Fürsorgerin Fräulein Martin.
1968
Erweiterung des Marthaheimes durch Anbau.
1969
Durch Zuwendungen von Lebensmittel- und Heizungsbeihilfe, sowie Kleidergutscheinen geschieht eine Unterstützung kinderreicher und bedürftiger Familien bis 1980. Die Kirchgemeinden unterstützen dieses Anliegen durch Spenden.
1973
Fortsetzung der Arbeit an geistig Behinderten im Hofgebäude des Lutherheimes, Bahnhofstraße 22. Durch den Heilerziehungspfleger, Diakon Menzel, wird die Arbeit auf- und ausgebaut.
In dieser Zeit geschieht der Aufbau der Mütterhilfe, wie der Kinder- und Erwachsenenerholung. Auch der Aufbau der Lichtbild- und Tonbandstelle für die Kirchgemeinden vollzieht sich in dieser Zeit. Beauftragte der Inneren Mission in den Frauendiensten und Männerwerken der Gemeinden stellen die Verbindung zum Werk dar und bringen das Anliegen der Diakonie in die Gemeinden.
1976
Beginn der Arbeit für Körperbehinderte und kontinuierlicher Ausbau durch Treffen und Rüstzeiten.
1978
Aufbau der Sozialdiakonischen Arbeit an Kindern und Jugendlichen durch den Fürsorger, Herrn Kirschneck mit Unterstützung haupt- und nebenamtlicher Mitarbeiter, zunächst in der Robert-Müller- Straße 39, später gleichlaufend im "Lutherkeller".
Kontakte und Begleitung von Strafgefangenen und -entlassenen.
Kontaktaufnahme in Gaststätten und Diskotheken.
1984
Beginn der Arbeit der Ehe- und Lebensberatung durch Frau Falckenberg.
1987
Die Arbeitsgruppe "Konziliarer Prozess" kommt unter das Dach der Stadtmission. Eine Friedensbibliothek wird aufgebaut.
1990
Aufbau neuer Arbeitsgebiete, Erweiterung vorhandener Aktivitäten:
Sozialstationen im Stadt- und Landkreis
Beratungsstelle für Haftentlassene
Übernachtungsprojekt
Mobile Behindertenhilfe - Hilfe mit Fahrdienst
Schwangerschaftskonfliktberatung
Anerkennung der Förderwerkstatt als "Werkstatt für Behinderte". Planung eines Neubaues mit 120 Plätzen in Zwickau -Planitz.
12. Januar 1991
Wiedergründung des Vereines unter dem Namen "Stadtmission Zwickau e.V." Die Arbeitsgebiete werden entsprechend der neuen gesetzlichen Bedingungen ausgebaut. Neue Strukturen werden geschaffen.
1992/1993
Planung und Grundsteinlegung für ein neues Altersheim mit 72 Plätzen in der Lothar-Streit-Straße 22 (ehemals Bergarbeiterkrankenhaus). Im Juni 1995 wird die Eröffnung gefeiert.
1993
Das Projekt "Betreutes Wohnen" (für Wohnungslose) in der Werdauer Straße 46 befindet sich in der Vorbereitung.
1994
Übernahme des Pflegeheimes Mülsen -St. Jacob, Vorbereitung eines Neubaues mit 80 Plätzen.
1996
Einweihung der neuen Lukaswerkstatt, einer anerkannten Werkstatt für behinderte Menschen, in Zwickau-Planitz
2001
Verschmelzung des Diakonischen Werkes Werdau und der Stadtmission Zwickau zu einem Verein.
2001
Eröffnung des Erweiterungsbaus am Hermann-Gocht-Haus (ehemals sächsisch kirchliches Taubstummenheim)
2002
Eröffnung des Lukashauses, einem Wohnheim für behinderte Menschen, in Zwickau-Planitz
2003
Eröffnung des Altenpflegeheims Urbanushaus in Thurm
2003
Eröffnung des Hilfsnetzes Demenz

nach oben
drucken




