01.03.2021 - Fernunterricht mit Assistenz

„Mehr Spaß macht es, wenn die anderen da sind“, sagt Zoe. Die 13-Jährige lernt wie ihre Klassenkameraden selbstständig per Fernunterricht und arbeitet sich durch den Stoff der 7. Klasse. Sie besucht die Pestalozzi-Oberschule in Wilkau-Haßlau. „Englisch ist mein Lieblingsfach, das gefällt mir richtig gut.“ Nachmittags telefoniert sie mit ihrer besten Freundin und beide spielen online miteinander. Ein ganz normaler Teenager. Der kleine Unterschied: Für Handgriffe und ihre Fortbewegung braucht sie Unterstützung.

Ihre Mama Inga Merten ist froh, dass sie diese bekommt: „Zoe geht gerne zur Schule und durch ihre Assistentin Petra Schlosser kann sie mit den anderen Kindern an einer Regelschule lernen. Das ist für alle ein Gewinn. Ohne Frau Schlosser könnte Zoe auch im Homeschooling nicht arbeiten. Deswegen ist es enorm wichtig und richtig, dass die Kostenträger im zweiten Lockdown die Stunden für die Assistenten weiterbezahlen.“ Vormittags ab acht arbeitet Zoe an ihren Aufgaben und nimmt dabei die Assistenz von Petra Schlosser in Anspruch. Sie arbeitet als Einzelfallhelferin für den Assistenzdienst der Stadtmission Zwickau fest mit Zoe zusammen. „Die inhaltlichen Sachen macht Zoe selbstständig. Ich sitze ihr gegenüber und reiche zum Beispiel den richtigen Stift, schlage ein Buch auf oder starte eine Videokonferenz. Wir können einen Raum in der Schule nutzen, das hilft uns sehr. Überhaupt werden wir immer gut betreut von der Schule – ich kann jederzeit fragen, wenn es etwas gibt.“

Die Einzelfallhelfer*innen der Stadtmission Zwickau sind an 30 Schulen im Landkreis Zwickau im Einsatz. Derzeit unterstützen sie „ihre“ Kinder beim Lernen zuhause. Auch den Eltern wurde so eine große Last von den Schultern genommen. Kinder, Eltern und auch Schule erhalten die wertvolle Unterstützung, die sie dringend brauchen. Auf diese Weise werden die negativen Auswirkungen auf die Lernentwicklungen der begleiteten Kinder möglichst klein gehalten.