18.01.2021 - Existenzkrise in Pandemiezeiten? - App Krisenkompass soll unterstützen

 

Suzid ist ein Tabu – und doch geschieht es. Alle 53 Minutenbringt sich in Deutschland ein Mensch um. Es sterben dreimal mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle. Die Dunkelziffer ist hoch. Niemand bringt sich ohne Not um. Es geschieht täglich. Und es geschieht unter uns – meist leise. Die Pandemie verschärft manche Krise.

Was hilft?
Aus der Erfahrung von vielen tausenden Beratungsgesprächen aus der TelefonSeelsorge wissen wir: Reden hilft aus der Isolation. Denen, die an Suizid denken, denen die helfen wollen und denen, die jemanden durch Suizid verloren haben.

Der KrisenKompass, entwickelt und herausgegeben von der TelefonSeelsorge Deutschland, ist eine App, die dank ihrer Funktionsweise eine Art Notfallkoffer für Krisensituationen darstellt. Mit verschiedenen App-Bereichen wie Tagebuchfunktion und persönlichen Archiven, um positive Gedanken oder beispielsweise Fotos, Erinnerungen oder Lieder zu speichern, kann ein ganz persönliches Rüstzeug für schlechte Momente gepackt werden. Darüber hinaus gibt es Materialien, die in Krisensituationen hilfreich sind, Hinweise zu beruhigenden Techniken, sowie direkte Kontaktmöglichkeiten zur TelefonSeelsorge und anderen professionellen Anlaufstellen. Das Angebot des KrisenKompasses ist als App jederzeit in Griffweite auf dem Handy und damit immer dabei, wenn es nötig wird.

In vier Bereich ist die App strukturiert:

  • KrisenKompass Notfallbereich
  • KrisenKompass für Menschen in der suizidalen Krise
  • KrisenKompass für Menschen, die einen Angehörigen durch Suizid verloren haben
  • KrisenKompass für Angehörige, die jemanden in der suizidalen Krise begleiten möchten

Zu den Funktionen der KrisenKompass-App finden Sie auf Youtube Erklärvideos für die einzelnen Bereiche.

Damit bietet die App „Krisen-Kompass“ TelefonSeelsorge Wege aus Isolation zurück ins Leben. Die App ist gedacht sowohl für Menschen, die suizidgefährdet sind, als auch für Menschen aus deren Umfeld. Zugleich bietet sie Hinterbliebenen Hilfe bei der Bewältigung ihres Verlusts.

Horst Kleiszmantatis, Leiter der Telefonseelsorge Zwickau: „Täglich erleben wir ausweglose Verzweiflung am Telefon. Neben den Telefonaten, die wir führen, möchten wir auch die App bekannter machen, um allen Betroffenen im Zusammenhang mit einem möglichen oder vollzogenen Suizid frühzeitig helfen zu können. Unterstützen Sie uns einfach dabei und geben Sie die Info an andere weiter.“

Wer die App “KrisenKompass” nutzen möchte, kann Sie die für Apple-Produkte im App Store und für Android im Google Play Store herunterladen.

Und es gibt noch weitere Möglichkeiten, die TelefonSeelsorge zu unterstützen: Horst Kleiszmantatis: „Vielleicht haben Sie selbst Interesse an einer ehrenamtlichen Mitarbeit in der Telefon-Seelsorge Zwickau. Jedes Jahr beginnt ein neuer Ausbildungskurs. Sprechen Sie uns einfach an oder informieren Sie sich im Internet.“

Zusätzliche Informationen

Die rund 65 ehrenamtlich Mitarbeitenden der TelefonSeelsorge Zwickau sind rund um die Uhr unter

0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 und im Chat online.telefonseelsorge.de erreichbar und haben Zeit und ein offenes Ohr für die Fragen und Sorgen der Ratsuchenden. 2020 wurden durch die Ehrenamtlichen in der Dienststelle in Zwickau während der 6.172 Dienststunden insgesamt ca. 9.600 Anrufe entgegengenommen und dabei ca. 7.000 Seelsorgegespräche am Telefon oder im Chat geführt. Schwerpunkt dabei waren Gespräche über die Themen Einsamkeit und Ängste. In jedem zehnten Gespräch ist das Thema Suizid präsent.

https://www.stadtmission-zwickau.de/gute_nachrichten_trotz_corona_18_01_2021_-_existenzkrise_in_pandemiezeiten_-_app_krisenkompass_soll_unterstuetzen_de.html